Ombudsleute in tunesischen Redaktionen

Mit dem seit 2014 vom Auswärtigen Amt geförderten Projekt Ombudsleute in tunesischen Redaktionen hat sich das Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus der TU Dortmund zum Ziel gesetzt, führende Redaktionen in Tunesien für das Konzept der Medienselbstverantwortung zu sensibilisieren und Ombudsleute in den Redaktionen zu etablieren: Journalisten sollen in Eigenverantwortung Fehlentwicklungen in der eigenen Branche aufdecken und sanktionieren und auf diese Weise gerade in Zeiten des politischen und medialen Umbruchs das Vertrauen der Öffentlichkeit in einen eigenverantwortlichen Umgang mit den neuen Freiheiten erwerben. Diese Ziele sollen mit Workshops, Weiterbildungen und Praktika erreicht werden.

Hintergrund:

Die Medien in Tunesien befinden sich im Umbruch. Nach Jahrzehnten der Diktatur kann nun in dem nordafrikanischen Land, von dem 2010 der "Arabische Frühling" ausging, ein kritischer und unabhängiger Journalismus entstehen. Dazu gehört es auch Medien-Ombudsleute in den Redaktionen zu etablieren, die Beschwerden aus dem Publikum über die Richtigkeit, Ausgewogenheit und ethische Aspekte der Berichterstattung ernst nehmen, selber auf Missstände aufmerksam machen und in Dialog mit Journalisten treten. Während 2014 nur eine tunesische Redaktion testweise einen Ombudsmann beschäftigt, arbeiten mittlerweile sechs Ombudsmänner in Tunesien (Stand: Oktober 2016).