Deutsch-Jordanische Summer School in Amman
Einblicke in eine Region im Wandel
Während in Jordanien die Regierung ausgewechselt wird, besucht eine Gruppe Dortmunder Journalistik-Studierender die Hauptstadt Amman. Im Rahmen eines deutsch-jordanischen Austauschprojektes treffen sie Journalisten, Politiker, Dokumentarfilmer und Auslandskorrespondenten – und bekommen so einen ganz besonderen Einblick in eine Region im Umbruch. Denn die Revolutionen in Teilen der Arabischen Welt sind das alles bestimmende Thema während des einwöchigen Besuches. Jordanien galt lange Zeit als ruhender Pol in einer konfliktgeladenen Gegend: es grenzt an Ägypten, Irak, Israel, Syrien und Saudi Arabien. Das Königshaus hatte durch ein ausgeklügeltes System der Machtverteilung bislang die verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Strömungen im Land friedlich zusammen halten können. Doch steigende Armut und Unzufriedenheit treiben auch hier die Menschen auf die Straße.
Viele Geschichten über Jordanien bleiben ungeschrieben
Das Bild jedoch, das dem deutschen Publikum vermittelt wird, ist oft verzerrt, wie die deutsche Gruppe feststellen muss. Es ist z.B. einfach falsch, die Proteste in Jordanien im gleichen Atemzug mit den Aufständen in Kairo und Tunis zu nennen. Doch genau das passiert in den deutschen Nachrichtenmedien immer wieder. Jordanien, das haben die Dortmunder Studenten bei ihrem Besuch gelernt, ist mehr als das, was sie aus den Medien erfahren. Im Gespräch mit Korrespondenten von internationalen Nachrichtenagenturen wird schnell klar: nur ‚bad news’ sind ‚good news’, nur wenige Berichte über Jordanien schaffen es überhaupt in die europäischen Medien, viele Geschichten bleiben unveröffentlicht oder sogar ungeschrieben.
Journalismus in Jordanien hat seine eigenen Herausforderungen
Nachdem zehn jordanische Journalistik-Studierende im letzten Herbst in Deutschland zu Gast waren, hatten nun die Dortmunder Studierenden Gelegenheit, eine Woche lang das jordanische Mediensystem kennenzulernen. Dabei erscheinen die Redaktionen von Zeitungen und Fernsehsender zunächst ganz ähnlich aufgebaut. Doch auf den zweiten Blick wird schnell bewusst, dass journalistisches Arbeiten in Jordanien seine ganz eigenen Herausforderungen hat. Trotz einer im Gesetz verankerten Meinungs- und Pressefreiheit ist unabhängiges und freies Berichten ein ständiger Drahtseilakt. Gesellschaftliche Tabus, staatliche Einschüchterung und die Regierungsnähe vieler Medien erschweren die Arbeit der Journalisten. Nur mit Einfallsreichtum und Durchhaltevermögen schaffen sie es, diese Hürden zu meistern. Denn ihre Gesetze, sagen die Jordanier, sind dehnbar wie ein Gummiband.
Besonders das Internet eröffnet viele neue Möglichkeiten. Hier können Journalisten freier, kritischer und näher an den Menschen berichten. Es ist eine neue Generation junger Journalisten, die angefangen hat, die jordanische Medienlandschaft umzukrempeln. Zu ihnen gehören auch die Studierenden des Jordan Media Institute, die seit 2010 als erster Jahrgang ein einjähriges Master-Programm in Journalismus absolvieren. Das Institut orientiert sich an westlichen Maßstäben und will ein Vorbild für die Journalistenausbildung in der gesamten Region werden. Das Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus der TU Dortmund half unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Fengler maßgeblich bei der Curriculums-Entwicklung mit.
Erzählt
Die Erfahrungsberichte der Studierenden
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Nachgefragt
Wie war der Umgang mit
Welche Unterschiede gab es in den verschiedenen
Die Studierenden ziehen ein
(Umfragen: Katalin Vales) |


