Autorengespräch mit dem Journalisten Wojciech Jagielski

Eine literarische Reportage über Afrika

Wojciech Jagielski

Wojciech Jagielski, einer der mutigsten Schüler Kapuścińskis, reist immer wieder in die gefährlichsten Krisengebiete dieser Welt: Kaukasus, Afghanistan, Tschetschenien und immer wieder Afrika. Länder, in denen langwierige und blutige Konflikte schwelen und sich die Kriegsparteien gegenseitig an Brutalität überbieten.

Sein Hauptaugenmerk gilt aber nicht der politischen Analyse und der Darstellung bloßer Daten und Fakten, sondern vor allem den Menschen, die in die Spirale des Hasses und der Rache geraten sind und kaum eine Chance haben, zu entkommen.

"Wanderer der Nacht"

In seinem neuesten Buch „Wanderer der Nacht“ nimmt Jagielski den Leser mit auf eine finstere Reise nach Uganda. Er berichtet über das von dreißig Jahre Bürgerkrieg gezeichnete Land, das von habgierigen und brutalen Despoten regiert wird, über Kindersoldaten, die gleichzeitig Kriegsopfer und Kriegsverbrecher sind, und über eine unfassbare Geisterwelt, an deren Einfluss auf die Wirklichkeit die Ugander fest glauben.

Besonders eindrucksvoll sind seine Porträts von Kindersoldaten und von Partisanen, die fliehen konnten und jetzt mit ihrem Trauma leben müssen. Sie verstecken sich vor dem Militär oder den Guerilleros, schleichen sich nachts aus den Dörfern in die Städte, wo sie sicherer sind, um am Morgen wieder zurückzukehren – sie sind die „Wanderer der Nacht“.

Vortrag am Donnerstag, 2. September 2010 um 19 Uhr im EBH