Qualitätssicherung in der internationalen Journalistenausbildung
Projektkoordination: Prof. Dr. Susanne Fengler
Das Internationale Institut für Journalismus (IIJ) in Berlin hat dem Erich-Brost-Institut den Auftrag für eine große internationale Studie zur Qualitätssicherung in der Journalistenausbildung erteilt.
Die Studie wird von Prof. Dr. Susanne Fengler geleitet und erfolgt in zwei Etappen:
1. Entwicklung eines Konzepts zur Qualitätssicherung in der internationalen Journalisten¬ausbildung
2. Durchführung einer Studie zum Erfolg und zur Wirkung von Entwicklungshilfe im Medienbereich
Das IIJ ist über InWEnt beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung angesiedelt und widmet sich seit über 30 Jahren der Aus- und Weiterbildung von Journalistinnen und Journalisten in Entwicklungsländern. Derzeit trainiert das IIJ jedes Jahr rund 500 Print- und Online-Journalisten aus Entwicklungsländern im Rahmen von Seminaren in Deutschland sowie in den Zielländern selbst.
Deutsche Akteure geben derzeit geschätzt 50 Mio. Euro pro Jahr für die Aus- und Weiterbildung von Journalisten in Transformations- und Entwicklungsländern aus. Ziel ist es, die Journalisten als „Agenten des gesellschaftlichen Wandels“ zu fördern und Redaktionen professioneller zu machen.
Mittelbar erhoffen sich viele – meist westliche – Geber auch einen positiven Einfluss auf das Mediensystem und damit auf die Bedingungen für Pressefreiheit als zentrales Menschenrecht im Empfängerland. Trotz der wachsenden Bedeutung von Medienentwicklungshilfe in der Praxis ist dieser Bereich in der Kommunikationswissenschaft bislang kaum erforscht.
Etappe 1: Konzept zur Qualitätssicherung in der internationalen Journalistenausbildung (abgeschlossen)
Projektmitarbeiter:
Judith Pies, M.A., Dipl.-Journ. Marlene Stube, Dipl.-Journ. Sandra Vogelreither
Am Erich-Brost-Institut für Journalismus in Europa wurde unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Fengler ein Konzept zur Qualitätssicherung in der internationalen Journalisten¬ausbildung entwickelt. Nicht zuletzt mit Blick auf den weiteren Ausbau seines Angebots plant das Internationale Institut für Journalismus (IIJ) eine strategische Neuausrichtung seiner Aktivitäten zur Programmsteuerung und Qualitätssicherung. In diesem Rahmen entwickelte das Erich-Brost-Institut ein grundlegendes Konzept für das Monitoring und die Evaluierung (M+E) künftiger IIJ-Programme.
Publikationen:
Fengler, Susanne/Voglreiter, Sandra/Pies, Judith/Stube, Marlene (2008): Qualitätssicherung in der Weiterbildung internationaler Journalisten. Studie zum konzeptionellen und strategischen Vorgehen für PM+E-Maßnahmen des Internationalen Instituts für Journalismus (IIJ) bei InWEnt. Unveröff. Forschungsbericht. InWEnt, Berlin.
Etappe 2: Studie zum Erfolg und zur Wirkung von Entwicklungshilfe im Medienbereich
Projektmitarbeit:
Dipl.-Journ. Susanne Dowidat, Dipl.-Journ. Ursula Götz, Julia Jorch, M.A., Dipl.-Journ. Kerstin Lottritz, Judith Pies, M.A.
Medienentwicklungszusammenarbeit (MEZ) zielt darauf, die Professionalität der Medienakteure in Entwicklungsländern zu stärken und auf diesem Weg auch die Medienorganisationen sowie indirekt die Mediensysteme in den Partnerländern positiv zu beeinflussen.
In den vergangenen Jahren ist der Umfang der MEZ sowie der vom IIJ durchgeführten Seminare für Journalisten stetig erweitert worden. Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach Erfolg und Wirkung der Programme an Bedeutung.
Die Studie untersucht deshalb folgende Aspekte der MEZ Maßnahmen:
1. In welchem Verhältnis stehen Input und Output der Programme (Effizienz)?
2. Werden die angestrebten Ziele erreicht (Effektivität)?
3. Welche Wirkungen lösen die Maßnahmen aus (Outcome)?
4. Welche Relevanz besitzen die Maßnahmen unter den Bedingungen der Partnerländer?
5. Sind die durchgeführten Maßnahmen nachhaltig?
In der Studie wird mit einer Methodenkombination gearbeitet: Einer quantitativen Online-Befragung von Journalisten in Entwicklungsländern folgen eine qualitative Telefonbefragung sowie ausgewählte Face-to-Face-Interviews zu professionellen Einstellungen, Rahmenbedingungen und Handlungsabsichten von Journalisten in Entwicklungsländern.